„Das was du tust muss dir Spass machen“ vs. „Das Geld muss reinkommen“

Ein Themenklassiker unter uns Mamas – die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Vor ein paar Tagen hatte ich ein interessantes Gespräch. Ich musste noch viel darüber nachdenken, das Gespräch machte mich richtig nachdenklich. Etwas Zeit ist vergangen, lange war der Artikel in meinen Entwürfen…nun muss er raus.

Ein Bekannter erzählte mir von seinem Kind. Das Kind frage ihn häufig nach den verschiedensten Berufen und was man damit verdient und ob man damit genug verdient…

„Wenn du etwas richtig gut machst, dann wirst du damit immer genug Geld verdienen“, antwortete er seinem Sohn.

Man macht etwas meist richtig gut, wenn man es auch gerne macht, man Spaß dabei hat, wenn es einen selbst erfüllt und zufrieden macht.

Anders ausgedrückt: „Macht man etwas richtig gerne und hat Spaß dabei, geht man mit einer ganz anderen Motivation an die Sache ran.“

Das kann man alles einfach mal so stehen lassen. Ich für mich kann das auch so auch voll unterschreiben. Aber kann ich auch „unterschreiben“, dass ich mich in diesem Zustand befinde? Tja, gute Frage! Wie sieht es bei dir aus?

Wir erzählten weiter und stellten uns die Frage:

„Wann kann man sich erlauben, einfach mal alles in Frage zu stellen?“

Ganz von vorne zu beginnen. Sich etwas Neues trauen. Ganz etwas anderes machen als bisher, sein Hobby zum Beruf machen? Sich vielleicht auch selbstständig machen?

Kommt man in die Situation, dass man das, was man beruflich macht, nicht mehr gerne macht, es einem nicht mehr die Freude, die Zufriedenheit, den Spaß oder auch die berufliche Erfüllung bietet, kann das ziemlich bitter sein. Aber dann einfach alles hinschmeißen?

Sicherlich ist das kein guter Zustand und man muss etwas ändern. Wieder etwas finden, was einem wirklich Spaß macht, etwas finden was für einen selbst zur Passion wird, etwas für das man brennt!

Aber…und jetzt kommt die Verantwortung um die Ecke…

Kann ich mir das leisten? Darf ich mir das erlauben?

Viele meiner Freundinnen und Bekannten sind auch Mamas. Viele arbeiten. Teils in Vollzeit, teils in Teilzeit, andere sind noch nicht wieder in ihren Beruf zurückgekehrt. Für die, die in den vergangenen Monaten wieder in ihren alten Job zurückgekehrt sind, inklusive mir, war es eine große Umstellung. In den mindestens 12 Monaten Elternzeit hat sich unser Leben komplett verändert. Nichts ist mehr so wie es vorher war. Unsere Prioritäten haben sich verändert, aber – und das ist meiner Meinung nach meist der ausschlaggebende Punkt –  auch oder vor allem unsere Persönlichkeit.

Ich habe mich noch einmal ganz anders kennengelernt. Ich habe so viel neues gelernt, bin an Herausforderungen gewachsen und habe Grenzen überwunden, von denen ich vorher nichts wusste und auch keine Vorstellung davon hatte.

Ich habe die Elternzeit in vollen Zügen genossen. Ich sage es gerne, es war die beste Zeit überhaupt. Grundsätzlich war mir aber klar, dass ich nach dem Jahr Elternzeit auch wieder arbeiten gehen möchte und aber auch muss. Sicherlich unter der Prämisse, dass ich meine Tochter gut betreut weiß, sie sich dort wohl fühlt und ich alles in allem ein gutes Gefühl damit habe. Mit meinen Mamas gab es viele Gespräche zum Arbeiten, der Elternzeit, dem Wiedereinstieg und allem was damit nur im Ansatz zu tun hat.

Für die meisten in meinem Umfeld wurde der Wiedereinstieg in den Beruf folgendermaßen begründet:

  • Der Wunsch nach mehr Kopfarbeit
  • für ein paar Stunden am Tag der ursprünglichen Tätigkeit oder dem Beruf nachgehen
  • sich nur auf eine Sache bzw. auf sich konzentrieren zu können
  • Geld verdienen bzw. sicheres Einkommen zum Haushalt beisteuern

Bei all den Gesprächen ist mir ein Satz wirklich in Erinnerung geblieben:

„Das Geld muss halt reinkommen!“

Und das ist eine ganz andere These im Gegensatz zu meinem Gespräch mit meinem Bekannten und seiner Aussage

Ich behaupte mal, das auch das eine intrinsische Motivation ist. Das finanzielle Einkommen zu sichern um damit als Familie leben zu können.

Aber ob dieser Faktor ausreicht, um mit einem Höchstmaß an Enthusiasmus und Spaß an die Arbeit heranzugehen? Ich weiß nicht so recht…

Mit der Gründung einer Familie haben sich die Rollen und Prioritäten unserer  Partnerschaft total verschoben. Wir sind nicht nur noch als Erwachsende für uns selbst oder unseren ebenfalls erwachsenen Partner, Mann, Freund mitverantwortlich, sondern eben für ein Baby, ein Kind, für das wir uns entschieden haben, für das wir verantwortlich sind, für das wir alles tun, damit es ihm gut geht.

Der Satz meiner Freundin „Das Geld muss halt reinkommen“, gibt ganz klar zu verstehen, dass hier die persönliche Erfüllung in den Hintergrund rückt. Wesentlich wichtiger ist der Gehaltszettel am Ende des Monats. Die berufliche Erfüllung ist aktuell nicht im Fokus…

So unterschiedlich kann das alles sein. Während der eine absolut überzeugt davon ist, dass die persönliche Erfüllung, der Spaß und die Leidenschaft im Vordergrund stehen muss, steht bei dem anderen der Gehaltszettel, also der finanzielle Aspekt im Vordergrund.

Das ist sicherlich auch immer eine Frage der aktuellen Lebensphase, aber dennoch ist es doch schade, dass es so oft eine entweder oder Frage ist.

Oder ist es das gar nicht? Wie ist das denn bei dir?

Ich werde sicherlich noch das ein oder andere mal darüber nachdenken müssen und dann werde ich diesen Artikel auch nochmal fortsetzen. Was sind eure Gedanken dazu? Eure Erfahrungen und Ansichten? Ich bin gespannt

Alles Liebe,
Susanne

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