Kitaplatzsuche oder besser „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“

Bei meinem letzten Besuch in unserem liebsten Espresso Laden Ferrarese unterhielt ich mich wieder gern mit einem der beiden Besitzer. Er ist auch junger Papa. Als wir auf das Thema Kinderbetreuung zu sprechen kamen, frotzelte er: „Hier musst du dich doch eigentlich schon um die Betreuungsplätze bewerben, wenn du gerade beginnst über Nachwuchs nachzudenken“. Ich schmunzelte, aber es ist etwas Wahres dran. Darmstadt erlebt in den letzten Jahren einen riesigen Aufschwung, was die Zuzugsquote angeht. Die Stadt wächst und es werden auch immer mehr Kinder geboren. 2016 wurden in Darmstadts Kliniken 4404 Babys geboren, ein neuer Rekord. Damit steigt auch die Nachfrage nach Betreuungsmöglichkeiten für die kleinen Mäuse ab 12 Monaten.
Bereits in der Schwangerschaft bekam ich Ratschläge mich zeitnah bei den Kitas zu melden, damit ich auch den gewünschten Platz bekomme. Ich wusste ja auch um die Situation, da fast alle in unserem Freundeskreis bereits Kinder haben. Aber mich quasi zeitgleich mit Elterngeldantrag, Kindergeldantrag etc. auch schon um eine Betreuung für unsere Maus zu kümmern? Irgendwie komisch.

Ich ließ mir in der Tat etwas Zeit. Nutzte aber auch die Chance in Gesprächen Erfahrungsberichte aus unseren Freundeskreis zu bekommen. Da war abgesehen von einer Tagesmutter fast jedes Konzept dabei. So bekam ich schon mal einen Eindruck und wir konnten uns Gedanken darüber machen, was wir uns für unsere Tochter so vorstellen.
Da gibt es die Elterninitiativen. Oft aus einer Gruppe mit rund 10 Kindern bestehend, ist hier das Engagement der Eltern gefragt. Es wird gekocht, gewaschen und teilweise geputzt. Die Eltern übernehmen Aufgaben, wie Personal, Buchhaltung, Hausmeisterservice, Öffentlichkeitsarbeit etc. Das bedeutet ein hohes Maß an Mitgestaltung und damit einhergehend auch ein höheres Zeitinvestment. Es gibt hier in Darmstadt wirklich schöne Einrichtungen, wie beispielsweise die Zwergnasen Darmstadt. Wir haben dies auch in Erwägung gezogen.

Dann gibt es private Einrichtungen und städtische Einrichtungen. Zudem gibt es in den Kleinkindertagesstätten teiloffene oder geschlossene Konzepte. Teiloffen bedeutet, dass die Gruppenräume zu bestimmten Zeiten gruppenübergreifend genutzt werden können, während sich im geschlossenen Konzept die Kinder in ihrer Stammgruppe in ihrem Stammgruppenraum aufhalten. Die Außenanlagen werden natürlich gruppenübergreifend genutzt. Und dann gibt es die Tagesmütter. Ich habe den Eindruck, dass dies wieder eine beliebte Betreuungsmöglichkeit für viele Eltern ist. Die Tagesmutter betreut maximal fünf Kinder, meist in ihrem eigenen Zuhause, das sie entsprechend gestaltet hat. Das macht die Betreuung natürlich sehr familiär.

Bei dieser Fülle an Betreuungsmöglichkeiten, war ich sehr froh über die Berichte und Empfehlungen unserer Freunde. Wir hatten also eine Handvoll Einrichtungen ausgewählt. Im nächsten Schritt muss man sich hier in Darmstadt im zentralen Elternportal der Stadt registrieren. Dort erstellte ich unser Profi mit unseren persönlichen Angaben. Ich teilte den gewünschten Betreuungsumfang mit sowie den Zeitpunkt, ab wann wir die Betreuung benötigen und wählte die Einrichtungen aus. In einer der Einrichtungen muss ich dann noch mein Profil freischalten lassen. Ab diesem Zeitpunkt stehe ich dann auf den Wartelisten der Einrichtungen. Soweit so gut. Mit den favorisierten Einrichtungen nahm ich auch separat vom Portal Kontakt auf und erhielt Termine zu Informationsgesprächen oder offenen Sprechstunden in den Einrichtungen. Mehr war dann erstmal nicht zu tun.

Wir warteten ab. Das Jahr endete und das neue begann. Im Portal war alles beim Alten.
Der neue Geburtenrekord sowie die Tatsache, dass immer mehr Eltern nach einem Jahr wieder arbeiten gehen und damit eine Betreuung für die kleinen Mäuse benötigen, machten mich dann doch langsam nervös. Ich kontaktierte nochmal alle Einrichtungen, bei denen wir uns „beworben“ hatten. Wir schauten uns ein paar Einrichtungen an. Teils richtig ernüchternd. Es gibt Wartelisten von 300 Kindern und freiwerdende Plätze, die man an zwei Händen abzählen kann. Utopisch, dass man da einen Platz bekommt, denn zunächst haben Geschwisterkinder Priorität. Bei einer Einrichtung, sprach man von einer Warteliste von 200 Kindern und 35 freiwerdenden Plätzen. Na hey, das ist doch schon prima. Es gab  nüchtern betrachtet nicht wirklich einen Grund, aber ich war immer noch optimistisch (so bin ich nun mal), dass am Ende doch alles gut wird. In Gesprächen mit anderen Mamas erfuhr ich, dass sich einige für eine Tagesmutter entschieden haben. Das hatten wir bisher nicht in Betracht gezogen, denn die Tagesmutter bringt einfach das Risiko mit, das auch sie einmal krank ist und ich dann nicht arbeiten gehen kann. Dieses Risiko gibt es in den Krippen eigentlich nicht. Mein Freund kann in seinem Job nicht aus dem Home Office arbeiten und meine Mama, die zwar recht nah wohnt, arbeitet aktuell noch voll. Daher war die Betreuung von einer Tagesmutter für uns eigentlich keine Option. Obwohl mir die Idee schon gefällt, denn unsere Kleine würde in einem familiären Umfeld in einer kleinen Gruppe betreut. Ich schaute mir das Angebot an Tagesmüttern nun doch nochmal genauer an. Ich fand eine Tagesmutter, bei der sich alles sehr liebevoll und sympathisch las und nahm Kontakt auf. Wir lernten sie dann auch kennen und waren begeistert. Aus der Alternative wurde eine echte Option. Die Tagesmutter machte einen tollen Eindruck und unsere Kleine fühlte sich auf Anhieb wohl.

Dann begann sich das „Betreuungsrad“ zu drehen. Zunächst erhielten wir eine Absage der Tagesmutter. Diese wurde dann wenige Stunden (!) später revidiert und wir bekamen den Platz, da die anderen Eltern, die zuvor die Zusage erhielten, dann auch die Zusage für einen Krippenplatz erhalten haben und diesen bevorzugten. Super, wir haben einen Platz sicher. Wir freuten uns und waren erstmal erleichtert. Aber auch uns erreichte dann ein Anruf unserer favorisierten Einrichtung mit dem Platzangebot. Wow, wer hätte das gedacht…jetzt hatten wir sogar die Auswahl. Wir überlegten und schliefen auch nochmal eine Nacht. Unsere Entscheidung fiel auf die Kleinkindertagesstätte und gegen die Tagesmutter. Nun ist es Anfang März und wir sind sehr zufrieden. Auch wenn ich stellenweise wirklich entnervt und frustriert war, hat sich nun alles zum Guten entwickelt.

Wie war das bei euch? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?
Alles Liebe,
Susanne

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