Beckenendlage und jetzt?

Sicherlich fällt es vielen nicht leicht über die Geburt des eigenen Kindes zu schreiben und damit ein so intimes und persönliches, oder besser das intimste und persönlichste Erlebnis, öffentlich zu teilen.  Ich habe mich auch nur zum Teil dafür entschieden über die Geburt unserer kleinen Maus zu berichten.

Mir geht es auch nicht um einen reinen Geburtsbericht, sondern um ein bestimmtes Thema rund um die Geburt eines neuen Erdenbürgers – die Beckenendlage und den häufig darauffolgenden Kaiserschnitt.
Bei mir wurde die Beckenendlage das erste Mal in der 32. SSW im Mutterpass vermerkt. Zu diesem Zeitpunkt muss ich gestehen, habe ich mir noch wenig Gedanken darüber gemacht, was es bedeuten könnte, wenn sich unsere kleine Maus nicht mehr dreht.
Der Geburtsvorbereitungskurs lief und ich war zuversichtlich, dass die Kleine noch die Rolle macht. Dennoch sprach sowohl meine Gynäkologin als auch meine Hebamme schon an, was es noch an Möglichkeiten gibt, um evtl. ein wenig darauf einzuwirken, dass sich die Kleine noch dreht. Gleichzeitig fiel in den Gesprächen auch schon das Wort „Kaiserschnitt“.

Die Beckenendlage, der Begriff Steißlage visualisiert es besser, bedeutet, dass das Baby noch im Becken sitzt und sich noch nicht in die Schädellage gebracht hat. Das betrifft etwa 3- 5% aller Babys nach der 36. SSW. Manche drehen sich auch noch in den letzten Wochen, aber mit näher rückendem Geburtstermin schwindet die Wahrscheinlichkeit, dass dies noch passiert.

Tja, was gibt es an Möglichkeiten, um den kleinen Zwergen zu einer Drehung zu animieren? Zum einen gibt es die ‚Indische Brücke‘, bei der es sich um eine körperliche Übung handelt. Ich persönlich kam mit der Übung nicht wirklich zurecht und empfand es als unangenehm.
Offener war ich für die Moxabustion / Moxatherapie. Bei dieser alternativen Methode wird eine glimmende Beifuß-Kräuterzigarre an die kleinen Zehen gehalten. Durch die Erwärmung dieser beiden Akupunkturstellen wird die Gebärmuttermuskulatur stimuliert und es kommt zu leichten Kontraktionen. Das führt im besten Fall zur gewünschten Drehung. Die Behandlung dauert pro Zehe etwa 20 Minuten. Die Moxatherapie hat meine Hebamme dreimal bei mir gemacht. Leider blieb der gewünschte Effekt aus.
Meine Hebamme berichtete mir aber von einer anderen Schwangeren, bei der sie ebenfalls die Moxatherapie durchgeführt hat. Dort hat sich das Baby dann noch gedreht. Also es geht so und so.
Das sind zwei Möglichkeiten der alternativen Medizin, die man bei der Steißlage des Babys in Betracht ziehen kann und die evtl. zur Drehung führen können.
Dann gibt es noch die äußere Wendung. Dazu hätten wir aber zu einem Spezialisten nach Frankfurt fahren müssen. Hier bei uns in Darmstadt wird das nicht gemacht. Für mich bzw. uns kam das nicht in Frage. Die äußere Wendung an sich empfand ich auch als unnatürlich. Zudem erwähnten sowohl meine Hebamme als auch meine Gynäkologin (die Besuchsabstände werden zum Ende der Schwangerschaft ja immer kürzer), dass es auch gute Gründe geben könnte, weswegen sich unsere kleine Maus nicht dreht. Vielleicht liegt die Nabelschnur um den Hals oder sie ist zu kurz.

Dadurch dass die äußere Wendung nicht in Frage kam und wir uns in Darmstadt bereits für eine Geburtsklinik entschieden hatten, war es nun auch klar, dass die Kleine per Kaiserschnitt auf die Welt kommen würde. Denn in dieser Geburtsklinik wird bei Erstgebärenden, deren Babys in Beckenendlage liegen, nur ein Kaiserschnitt gemacht.
Nun war es also so ziemlich fix und ich begann mich mit dem Thema Kaiserschnitt auseinander zu setzen. Schließlich sollte ich ja auch zeitnah zum Gespräch mit einer der Belegärzte. Und da wollte ich umfassend vorbereitet sein.
Dabei kam immer mehr der Wunsch auf, dass es doch am schönsten wäre, wenn es natürlich losginge. Wenn also die Wehen einsetzen oder die Fruchtblase platzt. So würde die Kleine dann auch merken, dass die Reise nun losgeht und dass sie ihr warmes Nest, an das sie sich nun über Monate gewöhnt hatte, verlassen würde.

Die Wahrscheinlichkeit, dass es so kommt, steigt natürlich desto näher man an den errechneten Termin herangeht.
Mit diesem Wunsch ging ich mit der Belegärztin ins Gespräch und war sehr positiv überrascht wie offen sie war. Ich hatte eher damit gerechnet, dass der Kaiserschnitt 1– 2 Wochen gemacht werden sollte und ich viel mehr Argumente vorbringen müsse um möglichst nah an den ET heranzukommen und damit meinem Wunsch, eines spontanen Kaiserschnitts wahrscheinlicher machen würde. Aber die Ärztin war total verständnisvoll und konnte meinen Wunsch sehr gut nachvollziehen. Wir terminierten den Kaiserschnitt sogar 2 Tage hinter den errechneten Geburtstermin. Damit fühlte ich mich wohl. So hatten wir die größtmögliche Chance genutzt, dass wir einen natürlichen Geburtsbeginn erleben.

Wie es dann weiterging lest ihr hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.